Strom selber machen

Jetzt isser vollständig wahnsinnig geworden. Vor der Verurteilung des Bloggers ein wenig Theorie:
Das hier kommt bei uns zuhause an: Dreiphasenwechselstrom. Geht dann durch ein paar dicke Sicherungen und den Discovergy Zähler und wird schliesslich über zwei Elektroinstallations-Verteiler verteilt. Sinnvollerweise werden die drei verfügbaren Phasen an unterschiedliche Verbraucher verteilt.

Soweit zum Thema: „der Strom kommt aus der Steckdose“
Ziel: der umgekehrte Weg. „Der Strom kommt in die Steckdose“
Lösung: Gezeitenkraftwerk im Teich? Windkraftwerk? Fusionsreaktor? Nein, Photovoltaik muss her.

Lieferant: Allnet GmbH bzw. Synergy21.
Schnell zusammengestellt, bestellt, im #SMARTdahoam Laster abgeholt und dann bezahlt:

Mein Bastelkraftwerk:

  • 60 Zellen monokristalline Solarzellen im Alurahmen mit einer Nennleistung von 280Wp. 18,6Kg schwer und ca. 1,6qm gross. Der Kleinlaster am Limit. Anschluss hier ist MC4
  • Dazu ein Northern Electric on grid Micro Inverter, liefert Strom wenn ein Stromnetz vorhanden ist. Auf der Berghütte dann eher off grid.
  • In Kombination mit ein paar Anschlusskabeln mit für mich merkwürdigen Steckern (Grün ist übrigens der Schutzleiter) kann das Experiment starten:

Das Garten Test Kraftwerk ist fertig.

Warten auf die Sonne und dann ein Blick auf den Zähler:

Discovergy Einspeisen 050716

Jubel, Freude. Da kommt Leistung raus und teilweise wird mehr Strom erzeugt, als die Verbraucher auf Phase Eins die Stadtwerke reich machen.

Leistungsdaten

Wenn man vorsichtig die Tage 3-5. Juli 2016 betrachtet fällt durchaus auf, dass der Stromverbrauch am 3.7. (blaue Kurve, kein Sahlmann Kraftwerk im Garten) tagsüber deutlich über den Tagen 4.7 und 5.7. liegt.

In harten Zahlen:

  • 3.7.16 – 22,31 kWh
  • 4.7.16 – 15,85 kWh
  • 5.7.16 – 15,36 kWh

Zum Vergleich im Juni (keine Photovoltaik)
Wochentags durchschnittlich 17kWh, am Wochenende 21kWh.
Nachdem die Phase Eins u.a. die Espressomaschine versorgt, aber im Durchschnitt ansonsten nur 110-120W durch die Leitungen fliessen musste ein weiterer „Dauerverbraucher“ her.

776_W_–_Verbrauch
Ein 48Port POE Switch mit diversen Accesspoints, Kameras und Telefonen bringt 60W auf die Phase Eins und ab Morgen hoffentlich keine Einspeisung in das Stadtwerke Netz.

Die nächsten Schritte

  • Genaue Rentabilitätsrechnung – besser als: Anschaffungskosen 480 EUR / 2 produzierte kWh pro Tag, grob 50ct sind zweieinhalb Jahre bis das System sich bezahlt macht. Sind es 3kWh ohne Einspeisung amortisiert sich das Projekt schon nach 1,7 Jahren – sofort mehr kaufen und möglicherweise speichern. Wichtig: Die Sonne scheint nicht jeden Tag gleich hell. Dazu frage ich dann die Herren von DZ4, kennen sich da wesentlich besser aus.
  • Professionelle Montage – Nach Möglichkeit im Sonnenverlauf vor und hinter der Hütte.

Update folgt…

Über Jörg Sahlmann 241 Artikel
Specialization is for insects

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