Die ersten 100km mit einem Bosch Nyon

Endlich mal wieder was Exotisches gekauft – ein (erweiterter) Fahrradcomputer für ein eBike.

Preispunkt: 399 EUR – für ein einfaches Navi mit Bordcomputer zur Nachrüstung erstmal kein Schnäppchen.

Dafür gibt es aber eine kostenlose App und ein nettes Cloud Portal, beide speichern bereitwillig meine Fahrten durch München und die Umgebung.

Statistik der gefahrenen Kilometer auf iOS

und das ganze nochmal in der Cloud

Bosch_eBike_Connect

Von Anfang an – wie sieht der Bosch Nyon denn aus?

Kein Touch Screen, dafür zwei Joysticks, einer am Griff, also einfach für die Bedienung während der Fahrt, ein weiterer direkt am Gerät.

Nyon auf Bike

Features und Probleme

Aufpreis für langweilige Features

Aufpreispflichtige Extras wie die Berechnung der Reichweite für 5,49 EUR anhand topografischer Kartendaten (Berg auf braucht mehr Strom, irgendwie logisch). Dazu noch individuelle Fahrmodi.

„Jungs, Entschuldigung. Das Ding kostet 399 EUR Aufpreis zu meinem alten Bosch Computer – dann wollt Ihr nochmals knapp 11 EUR um die Extras freizuschalten?“. Der Cloud Service ist im Gegenzug dazu kostenfrei. Hier hat der App Entwickler dem Marketing echt unsinnige Dinge beigebracht. Das freut nur Apple (oder Google).

Änderung der Darstellung

Was kann man mit der App sinnvolles konfigurieren am Nyon?

Individuelle Screens, auch völlig sinnlos mit Informationen zu überfrachten.

Routenplanung mit dem Nyon

Klar, Tourenplanung macht Sinn. Die App sucht die schnellste, schönste und Mountainbike taugliche Strecke, die dann per Bluetooth in den Nyon übertragen werden kann.

Im Nyon wird die Route dann visualisiert – das funktioniert ganz gut in 2D und 3D. Sollte man beschliessen zu weit von der kalkulierten Route abzuweichen kann der Nyon ohne Smartphone nicht korrekt eine Alternative berechnen und gibt die Navigation einfach auf. Meiner Meinung nach unnötig. Routing Algorithmen gibt es ohne Ende und kostenlos.

Herzfrequenzmessung

Sehr sinnvoll, nicht nur in meinem Alter. Problem: Puls Gurte wie der Polar H7 und H10 sollen nach Google Suche in diversen Foren funktionieren. Mein alter Polar Herzfrequenz Gurt T31 wird nicht erkannt. Der aktuelle von Runtastic wird erkannt, zeigt aber keine Daten. Hier ist per Software sicherlich Nachbesserung machbar. Auch fast selbstverständlich – die Apple Watch findet hier gar keinen Zugang.

Statistik

Auf der iOS App und im Bosch Portal. Wenn man wie ich in München fährt ist das Höhenprofil eher belanglos 🙂

Fazit

Für den Technik begeisterten Nerd ein absolutes Muss. Ansonsten reicht Runtastic als App mit einer Fahrradhalterung locker aus um Daten in der Art wie der Nyon anzuzeigen.

Software Updates – gab es seit Ende 2017 keine mehr. Diese funktionieren wie der Download der Karten über WLAN.

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Specialization is for insects

2 Kommentare

  1. Wieder mal ein Interessanter Beitrag zu einem Thema, das mich seit Monaten beschäftigt. Habe mich übrigens vorerst gegen einen Enhanced Fahrradcomputer zum Preis eines chinesischen Edelsmartphones entschieden. Produktspartenbedingt sind die Geräte 2-3 Generationen hinterher aber ohne Not. Oculus Go macht’s vor (übrigens ein Kauftip, wenn Du nicht schon welche hast. Meine Kinder finden es super und lassen mich kaum spielen).
    Wie auch immer, 2018 ist das für so ein Device schon ein XXL-Premium Preis und richtet sich von der Produktplazierung m.E. ganz klar an eine Zielgruppe die schon mit einer gewissen Erwartungshaltung kommt. Will jetzt nicht sagen, dass es ein Fail ist, aber da könnte Bosch mehr Geld verdienen. Die sehen das wohl fälschlicher Weise nicht als ihr Kerngeschäft 2020.
    Mein Fazit ist: noch wenigstens eine Generation abwarten.
    P.S.: Welche Tragevorrichtung verwendest Du mit dem Nyon (also ich meine welches Fahrrad)?

    Gruß

    Turgay

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