Blast from the past …

Du liebst Technologie ? Du hast alles ? Eine von tausenden Fritz-Boxen ? Eins von zig Millionen iPhones ? Weil Du sentimental bist, hast Du zwei iPhones. In meinem Fall ein 5 und ein 4S. In einer Welt der Massenprodukte gibt es kein Pardon. Eine von Millionen Go Pro Kameras muss es sein. Die Gadget-Front fordert ihren Tribut und Du bist das willenlose Opfer. Es gibt aber noch Lichtblicke …

Ein solcher Lichtblick fand im Sommer 2008 seinen Weg in meine Hände und fristete seitdem ein jämmerliches Dasein in einer finsteren Kellerecke. Es benötigt Zeit, viel Zeit, den Lichtblick in ein funktionsfähiges Doppelprozessorsystem der Marke „Be“ zu verwandeln. Sie lebt, die „BeBox“. Eine von 800 weltweit (!). Produktionsende Januar 1997. 1997 brachte uns den Intel Pentium II, Window 98 und IBMs Deep Blue Rechner schlug erstmals einen Schachweltmeister und … die BeBox der Firma Be. In meinem Fall eine BeBox mit zwei Power PC 603 Prozessoren, 133 MHz getaktet. Da steht sie nun vor mir und summt (wahrscheinlich) wie im Januar 1997. System pur. Hardware pur. Kein Gadget. Ein richtiger Computer, der viel Intervention (Liebe?) benötigt, um etwas sinnvolles damit anzustellen. Die Recherche im Internet läuft in viele 404-Fallen. Klar, wer beschäftigt sich noch mit einem Zombie ? Einige wenige Gleichgesinnte finde ich dann doch und schaffe es sie zum Leben zu erwecken. Acht Nächte später sehe ich klar. Da kommt der Systemamin in mir durch und versteht immer besser das Zusammenspiel der Komponenten. Gut, die Grafikkarte will manchmal nicht so recht in den maximal möglichen 1600×1200 Modus. Dafür ist die 8GB-Festplatte mit der gesamten Software, die ich in einer anderen Kiste gefunden habe, noch nicht einmal zu 10% gefüllt. Alles dabei. Eine Datenbank, Webbrowser, ein integriertes Paket mit Tabellenkalkulation, Textverarbeitung und Präsentationsgrafik, sogar eine kleine Spielesammlung. Die Nutzung derselbigen ist mühsam, aber darum geht es nicht. Es geht darum die müden, grauen Zellen aufzufrischen und das ohne Handbuch, ohne Windows-Start-Button, ohne Technik-Nachbarn und mit wenigen uralten Informationen aus dem Internet, ein Ding erneut zum Leben zu erwecken. Mittlerweile hab ich ihr sogar neue Hardware spendiert. Ein MO-Laufwerk, einen NEC Multisync-Monitor und vielleicht bekomme ich sogar die WLAN-PCI-Karte aktiviert, die ich für 8 EURO bei eBay gefunden habe. Meine neuen BeBox-Freunde im Internet schieben mir Fragmente von halbgaren WLAN-Treibern in die Mailbox. Denn, in 1997 war WLAN noch etwas exotisches. Der 802.11a Standard wurde erst 1999 verabschiedet, erste Produkte kamen in 2001. Trotzdem gebe ich nicht auf und habe mir geschworen sie aktiv zu betreiben. In der Zwischenzeit erfreue ich mich an der überragenden Optik beim Systemstart und erwische mich, wie ich manchmal nachts mit „Ihr“ spreche …

http://en.wikipedia.org/wiki/BeBox

2 Kommentare

  1. Warum macht er das? Hat er zuviel Zeit, wobei diese doch hienieden nur knapp bemessen ist? Glaubt er, dass der Besitz einer von wenigen überlebenden Be Boxen seinem persönlichen BE einen Distinktionsgewinn beschert, der ihn tatsächlich mehr erfüllt als der gedankenlose Verzehr einer Currywurst? Warum schreibt er gar darüber? Es ist und bleibt ein einförmig Ding um das Menschengeschlecht.

  2. Sehr cool und Glückwunsch zur Wiederbelebung. Das motiviert mich den Plan, meinen Waibel PC von 1997 mit Windows NT 4 aus dem Keller zu holen und auch wieder flott zu machen. (Der war damals so teuer ich hab nie übers Herz gebracht den wegzuschmeissen) Damals wars cool da ich ziemlich als erster einen CD-Brenner an Bord hatte (Teac CDR 55 über SCSI oder so ähnlich) und es dann öfters klingelte „Ich hätte hier mal eine CD zum kopieren…“

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.