Praktische Tipps für ein besseres WLAN

Das Ende der Wiesn 2016 naht – da ist es an der Zeit wieder über sinnvolle Dinge nachzudenken. Wie verbessere ich mein WLAN? Ein paar Schritte mit Erfolgsgarantie.

Dahoam im privaten Haushalt gelten andere Spielregeln als im Büro, auf öffentlichen Plätzen oder gar in einem Stadion. Um es nicht zu komplex zu machen unterscheide ich das Zuhause von einem Büro:

Dahoam

  1. Anforderungen hinterfragen
    Ein paar mobile Clients brauchen kein schnelles 802.11ac Netzwerk. Da reichen auch ältere Standards bis zu ein paar (theoretischen) 100MBit.
  2. Optimale Ausleuchtung
    Ein Funkloch im Wintergarten erzeugt auf Dauer keine Zufriedenheit. Gerade zuhause sollte das WLAN an allen Stellen der Wohnung/des Hauses gut erreichbar sein.
  3. Kanalwahl
    Die Wahrscheinlichkeit, dass der Nachbar die Funktion „Autokanal“ auf seiner Fritzbox oder irgendeinem Consumer Router aktiv hat ist gross. Also mal über ein paar Tage einen Blick auf die Störenfriede im Umfeld halten und dann einen sollvollen Kanal im 2.4GHz Band wählen (1, 6, 11 – keine Experimente mit anderen Kanälen!)
  4. 5GHz ist besser
    Alle Kanäle im 5GHz Bereich sind überlappungsfrei, stören also die darüber und darunter liegenden Kanäle nicht. Vorsicht – Reichweite durch höhere Frequenz ist geringer trotz höherer Sendeleistung. Die Wand ist hier zusätzlich der natürliche Feind. Daher:
  5. Freie Sicht ist besser
    Für die meisten Router und Accesspoints gilt: Hübsch ist anders. Hilft aber nichts. Raus aus dem Regal und freie Sicht auf das WLAN Device ist besser als irgendwo hinter der Couch vergraben.
  6. SSID – weniger ist deutlich besser
    „Super-WLAN“, „Super-Gäste-WLAN“ und „Kinder-WLAN“ – alles ganz tolle Namen. Weniger ist hier deutlich mehr. Ein WLAN für die Bewohner und maximal eines für Gäste sollte ausreichen. Stichwort hier ist das das sog. Beacon Frame. Weniger davon verwirren die Endgeräte nicht – und belegen den Funkkanal auch nicht unnötig lang.
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Im Unternehmen

  1. Anforderungen / Kapazitäten
    Hier schon deutlich komplexer. Was machen die Anwender? Voice over WLAN ist eine der schwierigeren Disziplinen. Wieviele Anwender sind im WLAN. Wird ein Gäste WLAN benötigt (Dann reicht das sicher in den Besprechungsräumen oder im Eingangsbereich). Soll das WLAN im gesamten Gebäude erreichbar sein.
  2. Ausleuchtung
    Erst berechnen, dann das Gebäude/Büro vermessen und im dritten Schritt erst aufbauen. „Pi mal Daumen“ wird sicher nichts!
  3. Frequenzbänder 2.4 und 5GHz
    Es gibt kaum noch Accesspoints, die nicht beide Frequenzbänder beherrschen – es macht Sinn beide zu nutzen.
  4. Kanalwahl
    im 2.4GHz Bereich mit mehren Accesspoints gilt immer noch die Regel: Finger weg von allen Kanälen die nicht 1, 6, 11 sind!
    Kanalwahl schlecht
  5. Freie Sicht
    Gilt auf grösseren Flächen noch mehr als Zuhause. Abgehängte Decken oder gar hübsche Kästen die den Accesspoint verstecken rauben schnell die Hälfte der Funkleistung.
  6. SSID
    weniger ist wieder mehr. Die Personalabteilung braucht keine eigene SSID, eher ein eigenes VLAN.

In Gäste WLANs allgemein wichtig – Separation der Clients. Es macht keinen Sinn, dass die Gäste sich gegenseitig „sehen“ können. Auch sollten Sie über Switches oder Firewalls direkt auf das Gateway geleitet werden. Der Gast hat weder im Unternehmens WLAN noch zuhause etwas zu suchen. Einziger möglichweise sinnvoller Einsatz mag das Streamen auf ein Apple TV oder Sonos sein – ich würde das Risiko dennoch vermeiden. Hier ein kleiner Netzwerkscan im ICM der Messe München im September 2016 zur „Bits & Pretzels“ Konferenz – hunderte Geräte sichtbar.

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Noch ein Tipp zum Abschluss – heute schon an Morgen denken

Zwie Studien von Cisco dazu:

  • Cisco-Studie: Von 2012 bis 2017 steigt der mobile Datenverkehr global um das Dreizehnfache.
  • Cisco-Studie: Siebenmal mehr mobiler Datenverkehr in Deutschland bis 2020

Weiteres findet sich auf www.wlanxpert.de. wir stehen jederzeit bei WLAN Projekten und Problemen kompetent und mit viel Erfahrung zur Verfügung.

Über Jörg Sahlmann 247 Artikel
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